Übernahmen und M&A
Zukauf oder Kooperation – was KMU aus Rieter und anderen Deals lernen
SwissOwners · 29.10.2026
Rieter wächst dank der Übernahme von Barmag, senkt aber die Ziele. Andere setzen auf gezielte Zukäufe oder Allianzen. Eine Einordnung für Inhaber und Käufer.
Übernahmen gelten oft als schneller Weg zu Wachstum. Die Meldungen dieser Woche zeigen, dass der Weg auch steinig sein kann. Und dass es Alternativen gibt.
Rieter: Wachstum ohne Gewinn
Der Textilmaschinenhersteller Rieter ist in den ersten neun Monaten 2026 dank der Übernahme von Barmag gewachsen. Trotzdem wurden die Jahresziele deutlich gesenkt, beim operativen Ergebnis drohen rote Zahlen, wie Moneycab berichtet. Gleichzeitig tritt Thomas Oetterli ab. Laut NZZ Wirtschaft hat er es trotz Doppelmandat nicht geschafft, das Unternehmen in die Gewinnzone zurückzuführen. Er hinterlässt einen Schuldenberg und mit Barmag eine Akquisition, die die NZZ als fragwürdig bezeichnet.
Der Fall betrifft einen Industriekonzern. Die Muster kennen aber auch KMU:
- Umsatzwachstum durch Zukauf ist nicht dasselbe wie mehr Ertragskraft.
- Eine fremdfinanzierte Übernahme belastet die Bilanz über Jahre.
- Wechselt die Führung mitten im Umbau, erbt die Nachfolge die offenen Baustellen.
Gezielte Zukäufe und lose Allianzen
Andere Firmen gehen fokussierter vor. Tillotts will mit einer geplanten Übernahme in Gronau seine pharmazeutische Produktionsbasis stärken, wie Swiss-Press.com meldet. Hier steht eine klar umrissene Fähigkeit im Zentrum, nicht reines Volumen.
Noch einen Schritt weg von der klassischen Übernahme gehen drei Berner IT-Firmen. Apps with love, inova:solutions und Nexplore haben das Swiss Digital Collective gegründet, wie werbewoche berichtet. Laut Inside IT haben sie dafür einen Verein gegründet. Ziel sind komplexe Digitalprojekte, die eine Firma allein kaum stemmen würde.
Was das für Inhaber und Käufer heisst
Vor einem Zukauf lohnt sich die nüchterne Frage, welches Problem die Übernahme lösen soll. Fehlt Kapazität, Know-how oder Marktzugang? Manchmal reicht eine Kooperation oder eine Minderheitsbeteiligung. Das schont Bilanz und Führungskräfte. Wer dennoch kauft, sollte Finanzierung, Integration und Führungskontinuität früh klären. Eine sorgfältige Prüfung durch Fachleute ersetzt keine Strategie, verhindert aber teure Überraschungen.
Auf SwissOwners finden sich neben ganzen Firmen auch Minderheitsanteile und Partner für eine Zusammenarbeit. Einen Überblick über Firmenanteile, die aktuell zum Kauf stehen, gibt es unter Firmenanteile zum Kauf.
Dieser Beitrag wurde mit KI-Unterstützung erstellt und stützt sich auf die verlinkten Meldungen.